Montag, 12.2.
Mal wieder um 7 Uhr aufstehen, eigenes Frühstück, 8 Uhr abfahrt zur geführten Tour durch den Nationalpark Los Glacieres. Unterwegs haben wir sogar zwei Mal für Fotos angehalten und konnten dabei einen Adler beobachten.
Als nächstes stand der Perito-Moreno-Gletscher an, zuerst von der Südseite. Von einem Halteplatz wo einige Busse parkten, hatte man einen recht guten Blick. Von dort aus sind wir zu einem Katamaran-Boot gefahren, welches uns bis 300 Meter an die Nordseite des Gletschers herangefahren hat. Eine Stunde hatten wir Zeit um zu beobachten, wie er kalbte und größere und kleinere Eisbrocken abbrachen. Dieser Gletscher ist einer der wenigen in der Welt, die noch wachsen. Zwei Meter pro Tag beträgt sein Vortrieb. Er ist Teil der drittgrößten Land-Eismasse (nach der Antarktis und Grönlad). Ein optisch und akustisch grandioses Schauspiel, wenn der Gletscher sich bewegt, das Eis aneinander reibt und quietscht, abbricht oder abplatzt und mit Getöse ins Wasser fällt.
Hiernach sind wir zu den Terrassen gefahren, von wo aus man einen fantastischen Blick über den Gletscher hatte. Dort haben wir erst ein kleines Lunch gehabt, bevor wir auf die Aussichtsterrassen gingen. Von den Terrassen konnte man die gesamte untere Gletscherzunge sehen. Man erkannte, wie riesig er ist, wenn man im Vergleich dazu das Boot gesehen hat, auf dem wir zuvor die Eismasse vom See aus betrachtet haben. Über uns konnten wir das erste Mal ein Kondor-Pärchen beobachten, wie sie mit ihrer imposanten Spannweite ihre Kreise über den Bergen zogen.Hier trafen wir auch Heather und Ken wieder. Dieses mal machten wir eine feste Zeit aus, wir wollten um 19 Uhr Essen gehen.
Um 13 Uhr haben wir uns mit der Reisegruppe wieder am Bus getroffen, von dort aus ging es auf einem schmalen Pfad quer durch die Wildnis wieder runter an den See und zum Schiffsanleger. Unterwegs hat uns die Führerin noch einiges über die Flora und Fauna erzählt, zum Beispiel dass die Moose, die an den Bäumen wachsen (welche wir bereits im Nationalpark in Feuerland gesehen hatten) nur in saubersten klimatischen Verhältnissen wachsen und „Old-Mans-Beart“ genannt werden. Wir konnten auch einige Strauchbeeren probieren, die dort am Wegesrand wuchsen. Ausserdem erklärte sie uns, dass der Berg, der linker Hand des Gletschers lag und wie das Matterhorn aussah, bei Kondoren sehr beliebt sei. Dies erklärte , weshalb wir vorher gleich zwei dieser großen Vögel sehen konnten.
Die Rückfahrt mit dem Bus war sehr ruhig, da die meisten schliefen. Da noch genügend Zeit bis zum Abendessen war, konnten wir noch zur Flaniermeile um in Online-Tagebuch einen Eintrag zu tätigen. Gerade als ore recht viel geschrieben hatte und nur noch hätte speichern müssen, fiel der Strom aus – alles weg! Schön, dass nichts gespeichert war, die Verbindung kriechend langsam und fast so teuer wie am Tag zuvor war.
Das Abendessen mit Heather und Ken war sehr nett, wir haben uns gegenseitig einiges erzählt. Als meine Nasenspitze mal wieder anfing zu bluten, gingen wir zum Zimmer, Heather und Ken gingen noch spazieren. Später holten sie sich noch die Tagesdecken von unseren Betten raus, weil sie keine Schlafsäcke hatten und draussen zelteten. Wir genossen noch den restlichen Wein, ehe wir uns um halb zwölf schlafen legten.