Sonntag, 18.2.

Kurz nach 8 aufstehen, schnelles Frühstück mit Kaffee aus dem Automaten und süssen Croissants, ehe wir die Räder sattelten und auf einer kurzen Strecke uns mit den Dingern vertraut machten. Beim Supermarkt in der Nähe des Busbahnhofes kauften wir uns Proviant, mal wieder zwei Baguette-Sandwiches. Danach ging es auf Tour, als erstes durch die Stadt, immer an der Promenade entlang. Auf einem Hügel mit Indianerstatue angekommen, hörte die asphaltierte Straße auch ganz schnell auf und die Schotterpiste begann. Diese war besonders angenehm, wenn die Autos mit unverminderter Geschwindigkeit an uns vorbei preschten, die Steine an uns vorbei flogen und sie uns mit einer Staubwolke einhüllten. Zum Teil bestand diese „Straße“ aus Sand, so dass wir mit unseren Rädern nicht mehr fahrend voran gekommen sind und daher schieben mussten. Gleiches galt für die Steigungen, die wir dank der nicht wirklich guten Räder kaum hoch gekommen sind.
Irgendwann nahmen wir eine Abzweigung zu einem Leuchtturm. Von diesem Punkt aus hatte man einen sehr guten Blick auf Puerto Madryn und auf die nächste Bucht, in der ein Strandnähe ein altes Wrack im Wasser lag. Am Strand in der Nähe des Wracks befanden sich ein paar Buden, scheinbar wurde das Wrack als Tauchobjekt genutzt.
Am Fuße des Leuchtturmes aßen wir unsere Baguettes. Ore entdeckte auf dem Boden ein halb vergammeltes Kondom: so keusch scheinen die Argentinier wohl doch nicht zu sein…
Nach einer dreiviertel Stunde machten wir uns wieder auf den Weg, entlang am Abhang und der Küstenlinie. Einer der Wege führte uns hinab ans Wasser. Der Weg brachte uns zu einem kleinen Plateau, welches dank Ebbe gerade aus dem Wasser ragte. Auf dieser Fläche waren jede Menge Krebse, Muscheln und anderes Meeresgetier zu entdecken. Am Rande zum Wasser hin saßen Magellan-Kormorane. Als ore näher ging um diese zu beobachten, sah er einen Seelöwen, der um die kleine Landzunge schwamm.
Der Weg führte die Böschung wieder hinauf, da am Wasser kein Weiterkommen möglich war. Als der Weg immer mehr sandige Stellen hatte, mussten wir immer öfter zum schieben absteigen. Letztlich bestand der Weg nur noch aus feinem Sand, durch den selbst das Schieben schwer fiel. Wir waren nun in den Dünen gelandet, die wir auf dem Hinweg abseits der Strasse bereits sehen konnten. Mühsam quälten wir uns mit den Rädern durch den Sand. Da der Wind durch die Dünenberge abgehalten wurde, war die Sonneneinstrahlung um einiges mehr zu spüren, wir wurden ordentlich durchgebraten. Zum Glück hatten wir uns zuvor noch Kopfbedeckungen gekauft, sonst hätten wir sicherlich einen Sonnenstich bekommen.
Als wir an eine Gabelung kamen, an der drei Wege weiter durch die Dünen und einer runter zum Wasser führten, entschieden wir uns dafür, die steile Böschung herabzusteigen. Das Schieben ging im Sand des Strandes um einiges besser, da dieser sehr gut verdichtet war (wir hatten immer noch Ebbe). So haben wir den Weg einige Kilometer am Strand fortgesetzt und konnten noch einige Argentinier beobachten, die den Sonntag mit ihrer Familie am Strand verbrachten – natürlich mit Grillen.
Als wir nachmittags wieder zur Herberge zurückkehrten mussten wir uns von den Strapazen erst einmal ausruhen: Siesta!
Aus dem Augenwinkel meinte ore im Hostel einen Bekannten aus Rio Grande gesehenen zu haben, den wir abermals bei der Pause auf dem Rückweg von El Calafate trafen. Ore wollte jedoch nicht genauer hinsehen, da dieser einen sehr „warmen“ und schrulligen Eindruck hinterlassen hat.
Gegen Abend machten wir uns auf, ein ordentliches Steak zu essen. Wieder in der Herberge tranken wir die Flasche Wein, die wir in El Calafate gekauft hatten und beobachteten erstaunt den Verkehr und die Fahrzeuge auf der Straße vor unserem Hostel.


Erst war es noch eine recht gute Straße…

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