Mittwoch, 7.2.

Ein weiterer Tag in Ushuaia. Um halb neun sind wir aufgestanden, da der eine nicht mehr schlafen konnte und der andere eh eine schlaflose Nacht hinter sich hatte. Zum Glück hatten wir am Vortag Brötchen gekauft, damit das Frühstück nicht ganz so mager ausfallen musste. Da wir insgesamt recht früh dran waren, wollten wir den Bus in den Nationalpark nehmen, der eine halbe Stunde eher fahren sollte. Also machten wir uns zum Busterminal in den Hafen auf, wo wir gleich zahlen duften, dafür aber erst wesentlich später unsere Tickets bekommen haben. Außerdem haben wir noch eine dreiviertel Stunde auf die Abfahrt warten dürfen, was unseren zeitlichen Vorsprung wieder zunichte machte.

Nach einer guten Stunde Fahrt waren wir am Ausgangspunkt unseres Trails, dem Lake Roche, angekommen. Dies war ein Campingplatz an einem netten See gelegen, inmitten recht hoher Berge. Unmittelbar aufgebrochen, liefen uns auch gleich Hasen zwischen unseren Füssen herum, Skuas und Gänse konnten wir aus nächster Nähe betrachten. Die Landschaft änderte sich annähernd alle 300 Meter, erst ein gespenstisch mit Moos bewachsener Wald, dann ein vom Moor verschlungener Wald, ein See mit malerisch schönen Buchten (ähnlich der Nordland-Fjorde), Wälder aus Rhododendren, sehr dicht bewachsener Wald, freie Flächen, …

Es war alles dabei, uns kam es teilweise so vor, als wenn gleich ein Nazgûl auf der Suche nach Frodo an uns vorbei reiten oder uns ein Ent aufsammeln würde.

Auf der Wegstrecke kamen uns fast alle entgegen, die mit uns im Bus saßen und eher ausgestiegen sind.

Der Weg an sich nahm kein Ende und war sehr schlammig. Außerdem waren überall Pferdehaufen verteilt. Dem Ende entgegensehnend kam noch eine Bucht, noch ein Berg, noch eine Bucht, noch ein Berg, noch eine Bucht, ….

Nachdem wir irgendwann am Ende des Trails angelangt waren, durften wir noch 2 km „Straße“ laufen – durch Regen natürlich. Diese Straße war genau so gut ausgebaut, wie die Autobahn „Nationale 3“ die bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung führte: letztlich nicht mehr als eine Schotterpiste.

Endlich an der entsprechenden Kreuzung mit Busstation angekommen wurden wir auch gleich von einem Fahrer mitgenommen. Dieser musste zwar erst wieder zum Ausgangspunkt unseres Trails doch das war uns egal, da wir im Trockenen saßen. Dort angekommen sammelte sich der Bus mit fast den gleichen Personen wie morgens. Drei spanische Mädels wollten ebenfalls mitgenommen werden, haben auch brav bezahlt als der Bus losfuhr. Als eine der drei jedoch auf ein Ticket beharrte mussten sie aussteigen (und die 20 km nach Ushuaia laufen?). An der Ausfahrt des Parkes wurden Fahrer und Kompagnon von den Rangern zur Rede gestellt. Trotz der äußerst geringen Spanisch-Kenntnisse konnten wir uns einen Reim draus machen, dass das, was die beiden Kerle erzählten nicht ganz der Wahrheit entsprach.

Wieder in Ushuaia angekommen goss es mittlerweile sehr stark, weswegen wir in die Herberge gingen und uns erst einmal trocken legten. Frisch geduscht ging es somit wieder in den regen. Da wir essen gehen wollten. Im Restaurant unserer Wahl, dort wo Lämmer aufgeklappt über offenem Feuer gebraten wurden, bestellten wir unseren ersten argentinischen Wein, der uns zum Essen sehr gut schmeckte. Schnittlauch hatte ein Ravioli-Gratin und ore nahm das „all-you-can-eat-Angebot“ und schloss dadurch Freundschaft mit dem Koch der für das Fleisch zuständig war. Nach dem ersten Gang waren sie bereits „Amigos / Friends“, es gab Lammbraten – nicht zu wenig – beim zweiten Mal war es Lamm vom offenen Feuer. Nachdem ore den verlangten „Tip“ vorbei brachte, lächelten alle froh, alle Daumen gingen hoch und alle waren glücklich.

Dank der Flasche Wein war es auch schon fast egal, dass es auf dem Rückweg in die Herberge immer noch regnete. Dieses Wetter nervt ungemein!!

23 Uhr ins Bett, da früh aufstehen angesagt war.


Am Rio Lapataia

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