Puerto Madryn Teil 3

18. Februar 2007

Wie angekuendigt, waren wir heute mit dem Rad unterwegs. Die ersten drei Kilometer waren halbwegs gut zu fahren (so gut wie es auf diesen Gurken-Raedern eben ging), da die Strasse asphaltiert war. Die restlichen 15 km hatten wir jedoch Schotterpiste und z.T. Sand, in dem das Fahren ueberhaupt nicht ging, also war Schieben angesagt. Irgendwann sind wir dann doch am Leutturm angekommen und haben dort unsere Mittagspause gemacht und die Aussicht genossen. Aufgrund der bratenden Sonne und dem gefaehrlich kuehlen Wind sind wir nicht weiter gefahren sondern an der Kueste zurueck.  Wir sind zum Teil oben an der Uferboeschung gefahren und zum Teil unten am Wasser. Dabei konnten wir nochmal wieder einige Magellan-Kormorane beobachten, ebenso wie einen Selloewen, der auf Fischjagt am Ufer vorbei zog.

Weiter des Weges mussten wir uns dann durch Duenen kaempfen, dort war an fahren nicht mehr zu denken! Der Sand war so fein , da war selbst das Schieben eine Qual, zumal der Wind durch die Duenen abgehalten wurde und die Sonne dadurch noch erbarmungsloser brannte. Ich hatte zum Glueck die Aermel meines Hemdes bereits bei Antritt der Fahrt runtergekrempelt und eine lange Hose an, schnittlauch jedoch hat sich gut die Arme verbrannt.
Da mehrere Wege weiter durch die Duenen gingen, einer jedoch unten ans Wasser fuehrte, entschlossen wir uns am Meer entlang zu gehen. Dort war der Sand auch wesentlich fester und das Schieben ging erheblich besser.
Dort sammelten sich die argentinischen Familien, um dort ihren Sonntag zu verbringen – natuerlich mit Grillen und jeder Menge Fleisch.

Als wir am Nachmittag wieder in der Herberge ankamen, machten wir ersteinmal Siesta, um uns von den Strapazen auszuruhen. Gleich suchen wir uns etwas zu essn und geniessen den letzten Abend in Puerto Madryn mit einer guten Flasche Malbec-Rotwein.

Ortszeit 18:30

Sonntag, 18.2.

18. Februar 2007

Kurz nach 8 aufstehen, schnelles Frühstück mit Kaffee aus dem Automaten und süssen Croissants, ehe wir die Räder sattelten und auf einer kurzen Strecke uns mit den Dingern vertraut machten. Beim Supermarkt in der Nähe des Busbahnhofes kauften wir uns Proviant, mal wieder zwei Baguette-Sandwiches. Danach ging es auf Tour, als erstes durch die Stadt, immer an der Promenade entlang. Auf einem Hügel mit Indianerstatue angekommen, hörte die asphaltierte Straße auch ganz schnell auf und die Schotterpiste begann. Diese war besonders angenehm, wenn die Autos mit unverminderter Geschwindigkeit an uns vorbei preschten, die Steine an uns vorbei flogen und sie uns mit einer Staubwolke einhüllten. Zum Teil bestand diese „Straße“ aus Sand, so dass wir mit unseren Rädern nicht mehr fahrend voran gekommen sind und daher schieben mussten. Gleiches galt für die Steigungen, die wir dank der nicht wirklich guten Räder kaum hoch gekommen sind.
Irgendwann nahmen wir eine Abzweigung zu einem Leuchtturm. Von diesem Punkt aus hatte man einen sehr guten Blick auf Puerto Madryn und auf die nächste Bucht, in der ein Strandnähe ein altes Wrack im Wasser lag. Am Strand in der Nähe des Wracks befanden sich ein paar Buden, scheinbar wurde das Wrack als Tauchobjekt genutzt.
Am Fuße des Leuchtturmes aßen wir unsere Baguettes. Ore entdeckte auf dem Boden ein halb vergammeltes Kondom: so keusch scheinen die Argentinier wohl doch nicht zu sein…
Nach einer dreiviertel Stunde machten wir uns wieder auf den Weg, entlang am Abhang und der Küstenlinie. Einer der Wege führte uns hinab ans Wasser. Der Weg brachte uns zu einem kleinen Plateau, welches dank Ebbe gerade aus dem Wasser ragte. Auf dieser Fläche waren jede Menge Krebse, Muscheln und anderes Meeresgetier zu entdecken. Am Rande zum Wasser hin saßen Magellan-Kormorane. Als ore näher ging um diese zu beobachten, sah er einen Seelöwen, der um die kleine Landzunge schwamm.
Der Weg führte die Böschung wieder hinauf, da am Wasser kein Weiterkommen möglich war. Als der Weg immer mehr sandige Stellen hatte, mussten wir immer öfter zum schieben absteigen. Letztlich bestand der Weg nur noch aus feinem Sand, durch den selbst das Schieben schwer fiel. Wir waren nun in den Dünen gelandet, die wir auf dem Hinweg abseits der Strasse bereits sehen konnten. Mühsam quälten wir uns mit den Rädern durch den Sand. Da der Wind durch die Dünenberge abgehalten wurde, war die Sonneneinstrahlung um einiges mehr zu spüren, wir wurden ordentlich durchgebraten. Zum Glück hatten wir uns zuvor noch Kopfbedeckungen gekauft, sonst hätten wir sicherlich einen Sonnenstich bekommen.
Als wir an eine Gabelung kamen, an der drei Wege weiter durch die Dünen und einer runter zum Wasser führten, entschieden wir uns dafür, die steile Böschung herabzusteigen. Das Schieben ging im Sand des Strandes um einiges besser, da dieser sehr gut verdichtet war (wir hatten immer noch Ebbe). So haben wir den Weg einige Kilometer am Strand fortgesetzt und konnten noch einige Argentinier beobachten, die den Sonntag mit ihrer Familie am Strand verbrachten – natürlich mit Grillen.
Als wir nachmittags wieder zur Herberge zurückkehrten mussten wir uns von den Strapazen erst einmal ausruhen: Siesta!
Aus dem Augenwinkel meinte ore im Hostel einen Bekannten aus Rio Grande gesehenen zu haben, den wir abermals bei der Pause auf dem Rückweg von El Calafate trafen. Ore wollte jedoch nicht genauer hinsehen, da dieser einen sehr „warmen“ und schrulligen Eindruck hinterlassen hat.
Gegen Abend machten wir uns auf, ein ordentliches Steak zu essen. Wieder in der Herberge tranken wir die Flasche Wein, die wir in El Calafate gekauft hatten und beobachteten erstaunt den Verkehr und die Fahrzeuge auf der Straße vor unserem Hostel.


Erst war es noch eine recht gute Straße…

Puerto Madryn Teil 2

18. Februar 2007

Heute waren wir wie angekuendigt auf der Halbinsel Valdes, welche von der UNESCO als World-Heritage-Site eingestuft wurde (ebenso wie der Gletscher Perito Moreno). Wir haben alle Tiere gesehen, die uns versprochen wurden, also Guanakos (gehoeren uebrigens mit den Lamas und Alpakas, welche beide nur in den Anden vorkommen, zu der Familie der Kamele!), Nandus (habe es leider wieder nicht geschafft ein Bild von den Strausenvoegeln zu schiessen, sie waren wieder zu schnell verschwunden – das einzige Tier, von dem ich noch kein Bild habe!), Seeloewen mit Jungtieren (die machen vielleicht einen Krach alle miteinader, die kleinen sind sooo niedlich, wenn sie in Dreiergrupen ueber den Strand watscheln), Seeelefanten (die sind vielleicht gross!!) und Guerteltiere (sehen lustig aus). Leider haben manch andere der Besucher die Guerteltiere gefuettert, teilweise sogar mit Schokoladendrops. Wenn ich spanisch koennte, haette ich ihnen gehoerig die Meinung gesagt, dass sich so etwas nicht gehoert, weil es nicht zu ihrer natuerlichen Nahrung gehoert und es fuer sie daher auch nicht vertraeglich ist. Ausserdem mussten sie die Tiere natuelich auch noch streicheln, nachdem sie sie mit Suessigkeiten angelockt haben.

Fuer grosse Wale ist zur Zeit keine Saison, die befinden sich in den antarktischen Gewassern. Die einzigen, die wir noch haetten sehen koennen waeren Orcas (die hatten wohl schon ein paar Pinguine oder Seeloewen gefruehstuckt, waren satt und haben sich daher nicht blicken lassen) und zwei verschiedene Delphin-Arten (oder auch Delfin wie es neuerdings geschrieben wird).

Dafuer habe ich endlich die lange von mir ersehnten Magellan-Pinguine gesehen, teilwise bis auf einen Meter entfernung. Wir haben uns zwar immer an den eingezaeunten Besucherterassen aufgehalten, doch die Pinguine haben am Rande dieser Terassen ihrer Hoehlen gebaut. Daher konnte man sie aus kurzer Distanz beobachten. Das beste war, dass wir feststellen konnten, dass Pinguine scheinbar ein “sauberes Haus” haben wollen, denn wir konnten beobachten, wie einer dieser Frack-Kerle aus seiner Hoehle kam, sich kurz daraufhin umdrehte, den Buerzel den Hang hinunter streckte und einen Strahl Guano-Duenger von sich gab und geradewegs wieder in sein Versteckt kroch.

Fuer morgen haben wir uns zwei Fahrraeder geliehen (ob das so gut ist, ich habe schon wieder Sonnenbrand, dieses Mal auf den Armen…) und wollen auf eigene Faust die Gegend erkunden. Bis jetzt ist noch geplant, dass wir uns den Leuchtturm in 17 km Entfernung ansehen,  woebi die Leuchttuerme hier bei weitem nicht ein solch nettes Bild abgeben, wie anderenorts. Mal sehen, wie weit wir kommen oder ob wir vorher einen Sonnenstich erleiden oder die Raeder auf der Schotterpiste ihren Geist aufgeben…

Ortszeit 20:35

Samstag, 17.2.

17. Februar 2007

Der Morgen begann um 7 Uhr mit aufstehen und gleich einem Schrecken über den Zustand des Bades. Wohl haben wir uns beim duschen nicht gefühlt, da es nicht wirklich sauber war und der Duschkopf fehlte. Zum Teil war es noch schlimmer als in Ushuaia. Das Bad passte in Sachen Sauberkeit zu dem Bett, in dem ore lag, da waren allerlei Haare zu finden, weswegen er lieber in seinem eigenen Schlafsack schlief als in der ranzigen Bettwäsche. Dafür hatten wir das Bad zu solch früher Stunde für uns alleine, das war wenigstens etwas positives.
Überpünktlich stellten wir und in Erwartung des Busses vor die Tür, der uns um 8 Uhr abholen sollte. Als wir um halb neun dort immer noch standen, ließ schnittlauch von der Hostel-Aufpasserin beim Bus-Betreiber anrufen. Sie seien schon unterwegs hieß es. Ore unkte, dass wir doch nicht bei der billigsten Kaschemme vom dritten Hinterhof die Reise hätten buchen sollen. Schließlich kam der Bus doch irgendwann.
Als erstes fuhren wir das Museum an, in dem man einen ersten Überblick über die Insel erhalten konnte. Das Museum informierte über die von der UNESCO als Welterbe anerkannten Peninsula Valdes und diente gleichzeitig als Rangerstation für die Wächter des Nationalparks.
Der nächste Halt war an der Nordspitze der Halbinsel, wo man neben wenigen Seeelefanten auch viele Seelöwen mit Jungtieren beobachten konnte. Auf dem Parkplatz trieben sich außerdem zwei Armadillos (Zwerg-Gürteltiere) herum, die sich gefällig haben fotografieren, füttern und streicheln ließen.
Unser nächster Halt war an einer Landzunge, wo sich eine kleine Kolonie von Magellan-Pinguinen aufhielt. Erstaunlicherweise krochen diese sogar den Abhang hinauf um unmittelbar unterhalb der Besucherplattform ihr Höhle zu buddeln. Daher konnten wir die befrackten Tiere aus kürzester Distanz beobachten. Wir konnten sogar feststellen, dass Pinguine recht reinlich sind, denn ein Pinguin kam aus seiner Höhle heraus, drehte sich um, streckte seinen Bürzel den Hang hinab und schoss einen Strahl Guano-Dünger hinab, eher er schnurstracks wieder in seiner Höhler verschwand.
Der nächste Halt mit Mittagspause an einer Estancia war südlich der Landzunge, wo sich einige Seeelefanten nieder gelassen haben. Ausserdem hatte man von dort einen sehr guten Blick auf die Landzunge und die umgebende Strömung. Man kann sich richtig vorstellen, wie ein Orca dort auf der Lauer liegt um einen Pinguin zu erwischen.
Weiter ging es nach Punto Piramide, wo sich ebenfalls eine Seelöwen-Kolonie befand. Von dort aus ging es weiter nach Puerto Piramide, einem kleinen Ort mit Badebucht. Dort unterhielt sich ore mit der Reiseleiterin ein wenig über das Leben in den verschiedenen Ländern, hauptsächlich Argentinien und Deutschland, wo es besser zu leben sei. Den Ort verließen wir wieder in Richtung Puerto Madryn.
Nach kurzem Aufenthalt im Hostel gingen wir in die City in ein original argentinisches Schnellrestaurant, wo wir eine Art Doppelwhopper aßen. Auf dem Rückweg bummelten wir über die Plaza, wo abermals ein Klimbim-Markt aufgebaut war. Gegen 23 Uhr lagen wir im Bett.


“Don’t worry, be happy” – dieses Motto galt für diese Herberge ganz besonders

Puerto Madryn

16. Februar 2007

Entgegen der gestrigen Planung sind wir nun doch direkt von Trelew aus mit dem Bus nach Puerto Madryn gefahren. Ein Grund war die ohne Erbarmung scheinende Sonne (das Ozonloch ist ueber Patagonien wirklich zu merken, das ist kein Witz, daher auch die UV-Warn-Anlage in Rio Gallegos) und zum anderen hat sich schnittlauch eine mittelschwere Grippe eingefangen. Daher keine Wanderung sondern Bus nach Puerto Madryn.

Hier sind angenehme 20 Grad mit einem frischen Wind. Im Hafen liegt ein Kreuzfahrtschiff und an der Strandbucht herrscht ein reges Treiben. Scheint ein beliebter Urlaubsort zu sein, dennoch recht nett hier und nicht so ueberfuellt wie in Ushuaia (zerlaeuft sich hier wohl auch besser weil es groesser ist).

Unser Hotel letzte Nacht war klasse, das Hotel Touring Club in Trelew. In ihm konnte man den Charme der 20´er Jahre spueren. Die Zimmer waren daher nicht unbedingt so gut, dafuer jedoch die Halle, mit einer langen Theke, einer hohen Decke und vielen Utensilien aus der vergangenen Zeit. So etwas muss man gesehen haben, ich kann es jedefalls nicht beschreiben, vielleicht gibt das Bild welches schnittlauch gemacht hat etwas von der Atmosphaere her.

Heute sind wir in einer etwas einfacheren Herberge untergekommen, in einem 4-Bett-Zimmer. Morgen machen wir eine Tour ueber die Peninsula Valdes, an jeder Sehenswuerdigkeit will der Fahrer halten, damit wir die Tiere noc hfotografieren koennen. Wir werden jedenfalls davon berichten, ob wir die 400-km-Fotosafarie erfolgreich erlebt haben.

Ortszeit 17:25