Freitag, 16.2.

16. Februar 2007

Nachdem wir um halb acht aufgestanden sind, waren wir um kurz nach acht beim Frühstück. Dieses wurde in der großen Empfangshalle serviert. Hier konnte man den Charme der 20’er Jahre des vergangenen Jahrhunderts spüren, es war eine große Halle mit einer langen Theke, an den Wänden hing allerlei Klimbim vergangener Tage, unter anderem ein Fahndungsplakat nach Butch Cassedy und Sundance Kid. Wer dort nicht gesessen hat, kann aus Erzählungen und Bildern die Atmosphäre, die der Raum ausgestrahlt hat, leider nicht aufnehmen, man muss dort gewesen sein. Wenn man dort saß war es fast so, als könnte man noch die Gespräche in der vollen Halle über die Pioniertaten der Eisenbauer vernehmen. Das „Hotel Touring Club“ wird uns mehr wegen der Halle und der großen Treppe in Erinnerung bleiben als wegen des Zimmers.
Gegen 10 Uhr waren wir am Busbahnhof und mussten sogar nur 30 Minuten auf unseren Bus Richtung Puerto Madryn warten, die kürzeste Wartezeit bisher. Eigentlich wollten wir diese Strecke wandern, weil sie nicht all zu lang war (im Gegensatz zu den anderen Strecken, die bei mindestens 400 km lagen). Doch wir haben uns anders entschieden, da sich schnittlauch eine Erkältung zugezogen hat und die Sonne an diesem Tag ohne Gnade auf die Erde nieder brannte. Zwei Gründe, die gegen das Wandern sprachen.
In Puerto Madryn besorgten wir uns als erstes ein Quartier, dieses Mal ein 4-Bett-Zimmer im Hostel „Don’t worry – be happy“. Nachdem wir unser Gepäck abgeladen hatten, kümmerten wir uns als nächstes um die Reise auf die Halbinsel Valdes. Danach besorgten wir uns die Tickets zur Weiterfahrt am Montag nach Necochea. Im Anschluss daran kümmerten wir uns um unseren Magen und gönnten uns neben zwei Bier ein All-You-Can-Eat-Menue, welches wir beim anschließenden Spaziergang an der Uferpromenade entlang wieder abtrainierten.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Hostal zwecks Kleidungswechsel suchten wir ein Internetcafe auf, um mit der Heimat zu kommunizieren. Danach gingen wir abermals zur Uferpromenade, da dort ein Schüler-Band-Wettbewerb ausgetragen wurde – mehr oder weniger qualitativ gut. Am lustigsten war eine Metal-Band, wo alle nur drauf gewartet haben, dass sie fertig werden – bis auf ein Fan, der ganz mutig alleine vor der Bühne stand und sein Bestes in Sachen Head-Banging gab.
Als es musikalisch nicht mehr auszuhalten war gingen wir für den Folgetag einkaufen und ließen uns dann im Hostel nieder.


Das Treppenhaus im Hotel

Trelew

15. Februar 2007

Nach einer endlosen Busfahrt und einer nicht enden wollenden Wartezeit in Rio Gallegos und Comnodoro Rivadavia sind wir nun endlich in Trelew (wird hier vorort Trelu ausgesprochen) angekommen. die letzten 300 km ging es auf einer Strasse entlang, die wie mit dem Lineal gezogen immer nur geradeaus ging, welch eine Qual!

Morgen geht es dann ein kleines Stueckchen mit dem Bus, bevor wir wohl zwei Tage wandern werden (ca 50 km). Das war bisher die einzig laufbare Strecke, alles andere waere viel zu weit gewesen (150 km ohne Wasserstelle von einer Estancia zur naechsten, ohne einen Schatten spendenden Baum!). Heute ist es gluecklicherweise bedeckt, wir hoffen auf das gleiche Wetter in den naechsten Tagen, denn die Sonne brennt echt ganz gut. Das tueckische ist dabei, dass immer ein recht starker wind blaest, dadurch merkt man die Sonne nicht. Aber wir haben ja bereits gelernt…

Neue Tiere habe ich unterwegs auch gesehen, leider nicht mehr sehr lebendig. Es lag ein glattgefahrener Skunk und ein ebenso plattes Guerteltier auf der Strasse. Auf der Halbinsel Valdes (http://de.wikipedia.org/wiki/Vald%C3%A9s) hoffen wir auf lebendige Exemplare zu treffen. Ausserdem fehlt mir noch ein Bild von einem Nandu, Kondore und Guanakos habe ich schon. Pinguine, Seeelefanten und Wale sollen dort ebenfalls zu beobachten sein – wir werden berichten!

Ortszeit 19:45

Donnerstag, 15.2.

15. Februar 2007

Gegen Viertel vor sieben sind wir in Comodoro Rivadavia angekommen, gestrandet in einer hässlichen, großen Stadt. Nur schade, dass unser Nachtbus weiter nach Trelew gefahren wäre (wo wir eigentlich hin wollten), unser Ticket aber nur bis hierher ging. Also wiedereinmal warten…
Als der Bus endlich fuhr, war die Strecke um so schlimmer: die 400 Kilometer lange strecke war wie mit einem Lineal gezogen, einfach nur schnurstracks geradeaus.
Als wir endlich nach dem Bord-Film „Matrix Revolutions“ in Trelew angekommen sind, mussten wir uns als erstes zur Touristen-Information durchfragen, welche leider nicht in der Nähe des Busbahnhofes war. Nachdem wir sie endlich gefunden hatten und ore alle Hostels und Hotels hat abfragen lassen, mussten wir uns beeilen im letzten günstigen Hotel noch ein Zimmer zu bekommen. Wir durchbummelten noch die Stadt und waren bei einem Italiener essen., wo kurze Zeit nach uns eine Horde italienischer und deutscher Reisegäste reinstürmte und das gesamte Lokal unterhielt. Nach dem anstrengenden Tag gingen wir zeitig zu Bett.


Immer nur geradeaus

Mittwoch, 14.2.

14. Februar 2007

Mit diesem Tag haben wir weniger Tage vor als hinter uns, die Hälfte ist vorbei. Gegen 8 Uhr aufgestanden, Frühstück im Hostel, welches sehr reichhaltig aber wenig umfangreich war (viele Croissants, Weißbrot und Kaffee zum selbst anrühren, sonst nichts aber mehr waren wir schon nicht mehr gewohnt). Danach mal wieder packen. Da wir noch genügend Zeit hatten, konnte Ore einen Zahnarzttermin in der Heimat ordern, da ihm am Abend zuvor ein Stück vom Zahn abgebrochen war. Dennoch blieb danach noch genügend Zeit, sich auf die Treppen vor dem Busbahnhof zu setzten und El Calafate von erhöhter Stelle zu betrachten.
Um 12 Uhr fuhr der Bus nach Rio Gallegos, welcher dort gegen 16 Uhr ankam. Um 20 Uhr fuhr der Bus nach Comodoro Rivadavia wieder ab, also hieß es wieder einmal warten. Doch zur Entschädigung hatte schnittlauch bessere Plätze gebucht mit Sitzen, die sich besser zum Schlafen eigneten. An Bord haben wir ein recht ordentliches Abendessen bekommen. Der Rest des Tages bestand nur aus fahren, fahren, fahren – scheinbar gibt es in Argentinien keine Vorschriften über Lenk- und Ruhezeiten.
Es war dennoch ein interessantes Erlebnis, in die Nacht hineinzufahren, die Sonne über der patagonischen Steppe versinken zu sehen, durch den argentinischen Nachthimmel zu fahren und ein paar Stunden später in die Dämmerung zu fahren.


Warten auf den Bus

Dienstag, 13.2.

13. Februar 2007

Irgendwann sind wir aufgestanden, die beiden Kanadier haben die Decken wieder gebracht, ehe wir um 9:20 Uhr frühstückten und uns kurz darauf von Heather und Ken verabschiedeten. Wir kauften danach noch ein zweites Frühstück und gingen danach ins Internet (wie schön leer der Laden war und so schnell die Verbindung!). Hinterher gab es noch einen kleinen (das war er wirklich) Kaffee, bevor wir in das Vogelschutzgebiet am See entlang gelaufen sind. Am Strand konnte ore rosa Federn aufsammeln, als wir an eine Bucht kamen, konnten wir die ursprünglichen Besitzer dieser Federn entdecken. Dank schnittlauch, der zwei Flamingos aufscheuchte, konnte ore eine Bild dieser Tiere im Flug machen. Auf dem Rückweg gönnten wir uns ein Stück Sacher-Torte zum Mittag. Danach mussten wir uns erst mal hinlegen, da diese Torte einfach zu schwer im Magen lag.
Nachmittags gingen wir an das Ende der Bucht, wo die Stadt eine Promenade errichtet hatte. Auf dem Weg haben wir mal wieder im Restaurant Casablanca ein Steak gegessen. Dort hat uns ein reicher Kölner die Ohren vollgeheult, dass er die politische Realität nicht mehr aushält und sich Rat bei Roger Willemsen holen will.
Unser Film zur guten Nacht hieß an diesem Abend „Verrückt nach Mary“.


Das Haus ist wirklich noch bewohnt, abends lief dort Fussball im Fernsehen